Bulgarien und die Tuerkei:

Die unwiederholbare Geschichte

Und: Erdogan will nicht in Berlin regieren!?

Im Jahre des Propheten 798 (1396 westlicher Zeitrechnung) greift Sultan Bayezid weiter nach Europa: der Hilferuf von Koenig Sigismund von Ungarn loest bei Papst und Gegenpapst den Aufruf zum Kreuzzug aus; es kommen jedoch nur Wenige zuhilfe, vorwiegend Burgunder, und eine Abordnung der Johanniter. Das Interesse Europas ist gering – 1683 wird sich diese Geschichte wiederholen. Sie Alle koennen die Osmanen nicht aufhalten: am 25. September – die Bayern tragen an diesem Tage gerade ihren Kreuzritter Leonhard Reichartinger zu Grabe, die Franzosen ihren Ritter Jean de Vienne – verlieren die Ungarn mit ihren wenigen Helfern die Schlacht bei Nikopolis, der christliche Heerfuehrer Johann Ohnefurcht gefangen genommen, Bulgarien nunmehr endgueltig besetzt und dem Osmanischen Reich einverleibt, „endgueltig“ deshalb, weil schon davor, 1371, eine Schlacht verloren gegangen war und Bulgarien den Vasallenstatus voruebergehend akzeptieren musste – damals hatten die Serben noch auf seiten der Bulgaren gekaempft. Nun, 1396, half eine serbische Panzer-Kavallerie mit zum Sieg der Osmanen – das Serbische Grossreich mit seinem Kaiser Stefan Uros IV. Dusan war wieder in mehrere Fuerstentuemer zersplittert; deshalb wurden auch sie alle kurz nach dem Fall von Konstantinopel (1453) Teil des Osmanenreiches (1459) [1].

Europa blieb desinteressiert, besonders der Westen. Kreuzzugsvorhaben konzentrierten sich auf die Reconquista in Spanien. Und Erdogan – wollte sagen Bayezid – hatte Bulgarien ohne Widerstand Europas und konnte seinem Erben gleich auch Serbien versprechen. Eine Tuerkenpartei, die am liebsten Erdogan als Regenten in Bulgarien saehe, ist selbstverstaendlich eine ganz andere Geschichte. Und ebenso undenkbar ist eine Tuerkenpartei in Deutschland. So etwas gibt es allenfalls in Oesterreich (NBZ) – das ist Bewegung in die Zukunft.

[1] Der Grossmachtanspruch Serbiens blieb, bis daraus am Beginn des 20.Jh. mit den Balkankriegen des Koenigreichs Serbien der Stein des Anstosses fuer den Ersten Weltkrieg gefunden werden konnte.

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